Das Coronavirus bestimmt weltweit mehr und mehr den Alltag. In Asien und Europa werden immer weitere Infektionen bekannt. In Deutschland sind schon mehrere hundert Fälle bestätigt. In den Supermärkten gibt es Hamsterkäufe. Mundschutz und Desinfektionsmittel sind weitestgehend ausverkauft. Die Protagonisten des Projekts „Jugend in Brandenburg“ haben da ihre ganz eigene Meinung zu. Das sagen Friederike, Florian und Stanley zur neuartigen Virusinfektion und der aktuellen Lage.

Paul Purps findet die Hamsterkäufe, die die Menschen aufgrund des Virus machen, „ziemlich übertrieben“. Und auch, wenn der 16-Jährige Corona als „etwas schlimmere Grippe“ sieht, bereite ihm das Virus keine großen Sorgen.

„Das kann sich aber ändern, wenn es sich auch in Brandenburg weiter ausbreitet“, sagt der Schüler aus Jahnberge (Havelland). Öfter als sonst wasche er sich aufgrund der aktuellen Lage des Coronavirus jedenfalls nicht die Hände.

Angst um Bowling-Turniere

Als Bowling-Bundesliga-Spieler beschäftigt den 16-Jährigen allerdings eine mögliche Absage der Bowling-Europameisterschaft der Junioren, die im April im niederländischen Tilburg stattfinden soll. „Das würde mich echt ärgern, wenn diese oder andere Bowling-Veranstaltungen deswegen ausfallen“, so Paul Purps.


Aus Sicht von Stanley Moewes ist der Hype um das Coronavirus viel zu groß und vor allem in den Medien ein Thema. Er, seine Familie und Freunde sehen das eher gelassen. „Das gab es mit dem Sars-Virus schon einmal und das haben wir auch überlebt“, betont der 19-Jährige aus Sachsenhausen (Landkreis Oberhavel).

Mundschutzpflicht bei der Feuerwehr

Bei der Feuerwehr, wo Stanley seit vielen Jahren aktiv ist, gibt es hingegen schon verschärftere Regeln. „Zum Beispiel bei Verkehrsunfällen gilt jetzt eine Mundschutzpflicht“, so der Schüler. Er schützt sich aber sonst nicht mehr und nicht weniger als vorher vor dem Coronavirus. Er laufe weder mit Mundschutz rum, noch desinfiziere er sich ständig die Hände.

Dennoch hat Stanley unabhängig von der aktuellen Lage immer ein Vorrat von Lebensmitteln zu Hause, so dass er 14 Tage ohne Probleme auskommen würde. „Klopapier wäre das Letzte, was ich mir jetzt wie manch andere in Massen kaufen würde“, sagte er. Panik schieben sei jetzt genau das Falsche. Man sollte unbedingt die Kirche im Dorf lassen.


Florian Knaut bereitet das Thema „keine Sorgen“, wie er sagt. „Zumindest nicht die Krankheit an sich“, so der 21-Jährige aus Treuenbrietzen (Landkreis Potsdam Mittelmark). Den angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger beunruhigt etwas anderes: „ Die übermäßige Prävention und Medienpräsenz“.

Seiner Meinung nach würden viele Menschen „unangemessen hysterisch“ reagieren. Dabei würde das nichts bringen und alles nur noch schlimmer machen, erklärt er. Bei der Ebolakrise mit ihrer höheren Sterberate habe es keine derartigen Reaktionen gegeben.

„Unser Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt“

Er selbst ist täglich im Krankenhaus und findet: „Das Coronavirus hat nur eine Sterblichkeitsrate von zwei Prozent und es gibt immer mehr Fälle der Ausheilung“. Es seien hauptsächlich ältere Menschen mit bereits chronischen Vorerkrankungen betroffen. Bei ihnen wäre eine Sorge gerechtfertigter, meint Florian. Außerdem fügt er hinzu: „Unser Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt.“

Medizinprodukte werden zur Mangelware

Dass einige Leute derzeit Hamsterkäufe machen oder andere drastische Maßnahmen ergreifen, hält Florian für übertrieben. „Das Schlimme ist ja, dass nicht nur Nahrungsmittel gehamstert werden sondern auch Desinfektionsmittel und andere Medizinprodukte, die so langsam zur Mangelware werden.“ Das sei gefährlich für Menschen, die diese Produkte wirklich brauchen.

Sein Tipp: „Ordentlich und öfter mal Hände waschen reicht vollkommen aus.“ Und er muss es wissen: Im Juni wird er seine dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger abschließen.


Friederike Kupka ist das Coronavirus relativ egal. „Ich halte mich ja generell an die Verhaltensregeln, weil ich schnell mal krank werde“, so die 18-Jährige aus Luckenwalde (Landkreis Teltow-Fläming). Vor dem Norovirus habe sie viel mehr Angst. Das hatte nämlich erst kürzlich ihre Mutter.